Glossar

Stereotypie.

Auch: Stereo, Plattenguss

Verfahren, bei dem ein fertiger Satz aus Lettern in einer Mater abgeformt und anschließend als geschlossene Metallplatte abgegossen wird. So ließen sich Druckformen vervielfältigen und aufbewahren, ohne den Satz stehen zu lassen; gebogene Stereoplatten waren Voraussetzung für den Rotationsdruck von Zeitungen.


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Erklärung

Im reinen Bleisatz war jede Seite ein Gefüge aus Tausenden einzelner Lettern. Sollte ein Werk nachgedruckt werden, musste der Satz entweder teuer „stehen bleiben“ oder später neu gesetzt werden. Die Stereotypie löste dieses Problem: Man formte die Satzseite in einem Material ab und goss davon eine einteilige Platte.

Frühe Verfahren arbeiteten mit Gipsformen. Im Lauf des 19. Jahrhunderts setzte sich die Papiermater durch, eine Form aus geschichtetem, feuchtem Papier, die in den Satz gepresst und getrocknet wurde. Sie war leicht, ließ sich aufbewahren und – das war entscheidend – biegen. In einer gewölbten Gießform entstanden so halbrunde Platten, die auf die Zylinder von Rotationsmaschinen passten.

Für Zeitungen mit hoher Auflage konnten von einer Mater mehrere Platten gegossen und auf mehreren Maschinen gleichzeitig gedruckt werden. Mit dem Wechsel zum Offsetdruck und zu fotografisch bzw. digital hergestellten Druckplatten verlor die Stereotypie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihre Bedeutung.


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Siehe auch

Matrize
Allgemein eine Negativform, in der ein Positiv abgeformt oder gegossen wird. Im Schriftguss ist die Matrize ein Metallblock mit dem vertieften, seitenrichtig lesbaren Buchstabenbild, das mit der Patrize eingeschlagen wurde; in der Stereotypie bezeichnet „Mater“ die Papierform, in die eine ganze Satzseite abgeformt wird.
Bleisatz
Bleisatz ist das Setzen von Texten mit gegossenen Metalllettern aus einer Legierung auf Bleibasis. Neben dem Handsatz setzten sich ab dem späten 19. Jahrhundert Setzmaschinen wie die Linotype (Zeilenguss) und die Monotype (Einzelbuchstabenguss) durch; im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde der Bleisatz vom Foto- und Digitalsatz abgelöst.
Rotationsdruck
Druckprinzip, bei dem Druckform und Gegendruck als rotierende Zylinder arbeiten. Im Sprachgebrauch ist meist der Druck von der Papierrolle gemeint, wie er für Zeitungen, Zeitschriften und Kataloge in hohen Auflagen im Offset- und Tiefdruck üblich ist.
Druckform
Die Druckform ist der Träger des Druckbildes, von dem die Farbe auf den Bedruckstoff übertragen wird – etwa die Druckplatte im Offsetdruck, das Sieb im Siebdruck, der gravierte Zylinder im Tiefdruck oder der Satz im Buchdruck. Digitaldruckverfahren kommen ohne feste Druckform aus.
Druckplatte
Die Druckplatte ist die Druckform im Offsetdruck und besteht meist aus einer dünnen, beschichteten Aluminiumplatte. Für jede Druckfarbe wird eine eigene Platte benötigt; im Flexodruck werden dagegen flexible Platten aus Fotopolymer eingesetzt.


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