Beim Holzschnitt arbeitet der Künstler mit Messer und Hohleisen im Langholz, also längs der Faser. Der Holzstich nutzt dagegen Hirnholz: Scheiben, die quer zum Stamm gesägt sind. Das harte, gleichmäßige Material lässt sich in alle Richtungen mit Sticheln bearbeiten, wie sie auch Kupferstecher verwenden. So entstehen feinste Linien, Schraffuren und Punktierungen.
Als Wegbereiter gilt der Engländer Thomas Bewick im späten 18. Jahrhundert. Ein großer Vorteil: Die Holzstöcke wurden auf Schrifthöhe gearbeitet und konnten daher zusammen mit dem Text in einer Form gedruckt werden. Illustrierte Zeitschriften, Lexika und Kataloge des 19. Jahrhunderts beschäftigten ganze xylografische Anstalten, in denen oft mehrere Stecher an einem aus Einzelteilen zusammengesetzten Block arbeiteten.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verdrängten fotomechanische Verfahren wie die Autotypie den Reproduktionsholzstich. Als künstlerische Technik wird er bis heute gepflegt.