Glossar

Holzstich.

Auch: Xylografie, Wood Engraving

Hochdrucktechnik, bei der das Motiv mit Sticheln in quer zur Faser geschnittenes Hirnholz, meist Buchsbaum, graviert wird. Anders als beim Holzschnitt sind damit sehr feine Linien und Tonabstufungen möglich; im 19. Jahrhundert war der Holzstich die wichtigste Technik für Illustrationen in Zeitschriften und Büchern.


01

Erklärung

Beim Holzschnitt arbeitet der Künstler mit Messer und Hohleisen im Langholz, also längs der Faser. Der Holzstich nutzt dagegen Hirnholz: Scheiben, die quer zum Stamm gesägt sind. Das harte, gleichmäßige Material lässt sich in alle Richtungen mit Sticheln bearbeiten, wie sie auch Kupferstecher verwenden. So entstehen feinste Linien, Schraffuren und Punktierungen.

Als Wegbereiter gilt der Engländer Thomas Bewick im späten 18. Jahrhundert. Ein großer Vorteil: Die Holzstöcke wurden auf Schrifthöhe gearbeitet und konnten daher zusammen mit dem Text in einer Form gedruckt werden. Illustrierte Zeitschriften, Lexika und Kataloge des 19. Jahrhunderts beschäftigten ganze xylografische Anstalten, in denen oft mehrere Stecher an einem aus Einzelteilen zusammengesetzten Block arbeiteten.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verdrängten fotomechanische Verfahren wie die Autotypie den Reproduktionsholzstich. Als künstlerische Technik wird er bis heute gepflegt.


02

Siehe auch

Holzschnitt
Hochdrucktechnik, bei der alle nicht druckenden Stellen aus einem Holzblock herausgeschnitten werden, sodass das Motiv erhaben stehen bleibt. In Europa ist der Holzschnitt auf Papier seit etwa 1400 belegt und diente vor und neben dem Buchdruck zur Illustration von Drucken.
Kupferstich
Tiefdrucktechnik, bei der das Motiv mit einem Grabstichel in eine Kupferplatte geschnitten wird; die Farbe sitzt in den Vertiefungen und wird unter hohem Druck auf feuchtes Papier übertragen. Der Kupferstich entstand im 15. Jahrhundert und war lange ein wichtiges Verfahren für Buchillustration, Landkarten und Kunstdrucke.
Hochdruck
Druckverfahren, bei dem die druckenden Teile der Druckform erhaben über den nicht druckenden Teilen liegen. Nur die erhöhten Stellen nehmen Farbe an und geben sie an das Papier ab – wie bei einem Stempel.
Autotypie
Die Autotypie ist das Verfahren, Halbtonbilder wie Fotos durch ein Raster aus unterschiedlich großen Punkten druckbar zu machen. Sie wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt und ist bis heute die Grundlage der klassischen Rasterung.
Linolschnitt
Künstlerisches Hochdruckverfahren, bei dem die nicht druckenden Stellen aus einer Linoleumplatte herausgeschnitten werden. Die stehen gebliebenen Flächen werden eingefärbt und auf Papier oder Stoff abgedruckt – ähnlich wie beim Holzschnitt, aber in einem weicheren Material.


Stand: