Im Handsatz stand der Setzkasten schräg auf einem Regal vor dem Setzer. Die Aufteilung der Fächer folgte nicht dem Alphabet, sondern der Häufigkeit der Buchstaben in der jeweiligen Sprache: Oft gebrauchte Zeichen wie „e“ oder „n“ lagen in großen Fächern nahe der Mitte, seltene Zeichen am Rand. Ein geübter Setzer griff die Lettern daher nahezu blind.
Für jede Schrift, jeden Schnitt und jeden Schriftgrad war ein eigener Kasten nötig. Neben den Buchstaben enthielt er Ziffern, Satzzeichen, Ligaturen und das Blindmaterial für die Wortzwischenräume. Die englischen Begriffe „upper case“ und „lower case“ für Groß- und Kleinbuchstaben gehen auf die Anordnung in zwei übereinanderliegenden Kästen zurück, wie sie im englischsprachigen Raum üblich war.
Aus dem Kasten wurden die Lettern in den Winkelhaken gesetzt und nach dem Druck wieder Fach für Fach „abgelegt“. Ausgediente Setzkästen sind heute beliebte Sammlerstücke und Wandregale.