Visitenkarten
Hochwertig gedruckte Visitenkarten in klassischen und besonderen Formaten — von matt bis hochglänzend, mit Veredelungen wie Heißfolie und Relieflack.
Mehr →Aus dem klassischen Buchdruck ist ein Veredelungstrend geworden: Letterpress drückt Schrift und Motiv fühlbar ins Papier. Wie das funktioniert und wofür es sich eignet.
Jahrhundertelang war der Buchdruck mit beweglichen Lettern das Standardverfahren für Bücher, Zeitungen und Geschäftsdrucksachen. Im 20. Jahrhundert wurde er vom Offsetdruck verdrängt. Heute erlebt er unter dem englischen Namen Letterpress eine kleine Renaissance — nicht als Massenverfahren, sondern wegen seiner besonderen Haptik.
Buchdruck ist ein Hochdruckverfahren. Die druckenden Stellen — Buchstaben, Linien, Motive — stehen erhaben auf der Druckform. Walzen färben nur diese Erhebungen ein, anschließend wird das Papier dagegen gepresst. Wie das Verfahren entstanden ist, lesen Sie in unserem Beitrag über Gutenberg und den Buchdruck.
Das Markenzeichen des heutigen Letterpress ist die sichtbare und fühlbare Vertiefung im Papier. Die Druckform wird mit so viel Druck auf ein weiches, dickes Papier gepresst, dass Schrift und Motiv leicht eingeprägt werden. Das Licht erzeugt an den Kanten feine Schatten, mit dem Finger spürt man die Vertiefung.
Interessant: Im klassischen Buchdruck galt ein solcher Abdruck lange als Fehler. Ziel war ein möglichst leichter Kontakt, der die Farbe überträgt, ohne das Papier zu verformen, damit auch die Rückseite sauber bedruckt werden konnte. Die heute beliebte tiefe Prägung ist also eine bewusste gestalterische Entscheidung.
Viele Letterpress-Werkstätten arbeiten mit historischen Maschinen, die liebevoll restauriert werden. Ein Klassiker ist der Heidelberger Tiegel, eine Tiegeldruckpresse, die über Jahrzehnte in großer Stückzahl gebaut wurde. Wegen ihrer rotierenden Greiferarme, die die Bogen zuführen, nennt man sie auch „Windmühle“. Beim Tiegeldruck stehen sich zwei ebene Flächen gegenüber: Die Druckform und der Tiegel, auf dem der Bogen liegt, werden gegeneinander gepresst.
Daneben kommen Zylinderdruckmaschinen, Andruckpressen und kleine Handpressen zum Einsatz. Die meisten dieser Maschinen werden seit Langem nicht mehr neu hergestellt; ihr Betrieb erfordert handwerkliches Wissen.
Ursprünglich wurde jede Zeile aus einzelnen Metall- oder Holzlettern gesetzt. Das wird in manchen Werkstätten bis heute gepflegt, ist aber aufwendig und auf die vorhandenen Schriften beschränkt. Für die meisten Aufträge nutzt man inzwischen Fotopolymerplatten: Das Motiv wird aus digitalen Daten auf eine lichtempfindliche Kunststoffplatte belichtet, die unbelichteten Stellen werden ausgewaschen, und es entsteht ein Relief. Die Platte wird auf einem Träger, einem Plattenfuß (auch Basis genannt), auf Druckhöhe gebracht.
Der Vorteil: Beliebige Schriften, Logos und Illustrationen lassen sich im Letterpress drucken, solange sie als klare Vektorgrafik vorliegen.
Für eine deutliche Prägung braucht es ein dickes, weiches und ungestrichenes Papier. Besonders beliebt ist Baumwollkarton: Er ist voluminös, nimmt den Druck gut auf und hat eine angenehme, leicht samtige Oberfläche. Auch andere voluminöse Naturkartons werden verwendet. Gestrichene, harte Papiere eignen sich dagegen kaum, weil sie sich schlecht verformen.
Oft wird Letterpress mit weiteren Veredelungen kombiniert, zum Beispiel mit Heißfolienprägung oder einem farbigen Schnitt, bei dem die Kanten eines dicken Kartons eingefärbt werden.
Wichtig zur Abgrenzung: Bei einer Blindprägung wird ohne Farbe geprägt, bei einer Reliefprägung wird das Papier mit Stempel und Gegenstück erhaben herausgedrückt. Letterpress dagegen druckt Farbe und drückt das Motiv dabei in das Papier hinein.