Alois Senefelder entwickelte den Steindruck in den 1790er-Jahren in München. Als Druckform diente ein fein geschliffener Kalkstein, bevorzugt aus der Gegend von Solnhofen. Der Künstler zeichnete sein Motiv mit fetthaltiger Kreide oder Tusche direkt auf den Stein. Anschließend wurde der Stein chemisch behandelt und vor dem Einfärben befeuchtet: Die freien Stellen nehmen Wasser auf und stoßen die fette Druckfarbe ab, die gezeichneten Stellen dagegen nehmen die Farbe an.
Weil druckende und nicht druckende Stellen auf einer Ebene liegen, zählt die Lithografie zum Flachdruck. Sie ermöglichte erstmals, Zeichnungen mit feinen Tonabstufungen vergleichsweise günstig zu vervielfältigen. Im 19. Jahrhundert wurde sie für Noten, Landkarten, Plakate und Etiketten genutzt; mit der Chromolithografie entstanden farbige Drucke aus vielen einzeln gedruckten Farben.
Künstlerinnen und Künstler arbeiten bis heute mit der Lithografie. Das Prinzip lebt außerdem im Offsetdruck weiter: Statt eines Steins dient eine Aluminiumplatte als Druckform, und die Farbe wird über ein Gummituch indirekt auf das Papier übertragen.