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Etiketten und Aufkleber: Material, Kleber und Schnitt

Papier oder Folie, permanent oder ablösbar, auf Bogen oder Rolle: Worauf es bei der Bestellung von Etiketten und Aufklebern ankommt.

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Etiketten und Aufkleber bestehen aus drei Schichten: dem bedruckten Obermaterial, dem Klebstoff und dem silikonisierten Trägermaterial, meist Papier, von dem sie abgezogen werden. Jede dieser Schichten lässt sich passend zum Einsatzzweck wählen. Wer vorher weiß, wo und wie lange ein Aufkleber halten soll, findet schnell die richtige Kombination.

Materialien

MaterialEigenschaftenTypisch für
Papier (matt oder glänzend)günstig, gut beschreibbar, nicht wasserfestVersandetiketten, Preisauszeichnung, Gläser im Innenbereich, Werbeaufkleber
PP-Folie (Polypropylen)feuchtigkeitsbeständig, reißfest, weiß, transparent oder metallisiertProduktetiketten auf Flaschen, Kosmetik, Getränke
PE-Folie (Polyethylen)weich und flexibel, folgt VerformungenTuben und quetschbare Verpackungen
Vinyl (PVC-Folie)robust, witterungsbeständig, gut anschmiegsamAufkleber für draußen, Fahrzeuge, Schaufenster
Transparente Folieunsichtbarer Hintergrund („No-Label-Look“)Glas, Fenster, farbige Verpackungen

Bei transparenten Folien ist zu beachten, dass Druckfarben im Vierfarbdruck lasierend sind: Auf farbigem oder dunklem Untergrund wirken sie blass. Viele Druckereien bieten deshalb einen deckenden Weißunterdruck an, der in den Druckdaten als eigene Ebene oder Sonderfarbe angelegt wird.

Klebstoffe

  • Permanent: Hält dauerhaft und lässt sich meist nur mit Beschädigung oder Rückständen entfernen. Standard für Produktetiketten und Siegel.
  • Ablösbar: Lässt sich in der Regel rückstandsfrei wieder abziehen, etwa für Preisschilder, Leihgeräte oder Schaufensterdekoration. Wie gut das gelingt, hängt auch vom Untergrund und der Dauer ab.
  • Spezialkleber: Für Tiefkühlware, raue oder gekrümmte Oberflächen, niedrige Temperaturen bei der Verarbeitung oder besonders starke Haftung gibt es angepasste Klebstoffe.

Bogen oder Rolle?

Aufkleber auf Bogen (etwa A4 oder A5 mit mehreren Motiven) eignen sich für das Aufbringen von Hand, zum Verteilen und für kleine Mengen. Etiketten auf Rolle sind die Wahl, wenn ein Etikettenspender oder eine Etikettiermaschine verwendet wird oder größere Mengen schnell verarbeitet werden sollen. Bei Rollenware müssen Sie zusätzlich einige technische Angaben machen, die zur Maschine passen:

  • Kerndurchmesser: der Innendurchmesser der Papphülse, auf die die Etiketten gewickelt sind.
  • Maximaler Rollendurchmesser bzw. Etiketten pro Rolle.
  • Wickelrichtung: ob die Etiketten mit dem Kopf, dem Fuß oder seitlich zuerst abgewickelt werden und ob sie außen oder innen gewickelt sind.
  • Abstand zwischen den Etiketten, sofern die Maschine einen bestimmten Wert benötigt.

Diese Angaben stehen meist im Handbuch des Etikettierers oder lassen sich beim Hersteller erfragen. Eine falsche Wickelrichtung kann eine Lieferung für die Maschine unbrauchbar machen oder aufwendiges Umwickeln erfordern.

Konturschnitt und Stanzen

Rechteckige, runde und ovale Formen sind Standard. Für individuelle Formen wird entlang einer Kontur geschnitten — mit einer Stanzform, bei kleineren Auflagen häufig digital per Plotter oder Laser. Dabei gibt es zwei Varianten: Beim Anstanzen wird nur das Obermaterial geschnitten, das Trägerpapier bleibt ganz. So entstehen Bogen oder Rollen, von denen man die Aufkleber abzieht. Beim Durchstanzen wird auch das Trägerpapier geschnitten, jeder Aufkleber liegt einzeln vor.

  • Die Schneidkontur wird als Vektorpfad in einer eigens benannten Sonderfarbe angelegt; Name und Ebene gibt die Druckerei vor.
  • Anschnitt über die Kontur hinaus anlegen, damit kein weißer Rand entsteht.
  • Keine zu spitzen Winkel und keine sehr feinen Ausbuchtungen — sie lassen sich schlecht schneiden und lösen sich leicht ab.
  • Wichtige Inhalte mit Abstand zur Kontur halten.

Aufkleber für draußen

Im Freien setzen Sonne, Regen und Temperaturschwankungen Aufklebern zu. Geeignet sind Folien wie Vinyl oder PP mit wetterfestem Klebstoff. Eine zusätzliche Schutzlaminierung oder ein Schutzlack verbessert die Beständigkeit gegen UV-Licht und Abrieb. Papieretiketten sind für den Außeneinsatz nicht geeignet. Wie lange ein Aufkleber draußen hält, hängt von Material, Ausrichtung zur Sonne und Klima ab — fragen Sie bei der Druckerei nach der vorgesehenen Außenhaltbarkeit des Materials.

Etiketten für Lebensmittel und Produkte

Für Etiketten auf Lebensmitteln, Kosmetik oder anderen Produkten gelten je nach Produktart gesetzliche Kennzeichnungspflichten, etwa zu Bezeichnung, Zutaten, Mengenangaben, Allergenen oder Mindesthaltbarkeit — für Lebensmittel in der EU vor allem durch die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV), für Kosmetik durch eigene Vorschriften. Auch Mindestschriftgrößen können vorgeschrieben sein. Die Druckerei prüft Inhalte nicht rechtlich. Klären Sie die Anforderungen für Ihr Produkt und Ihr Absatzland vorab, etwa bei Kammern, Verbänden oder der zuständigen Behörde. Soll ein Etikett direkt mit Lebensmitteln in Berührung kommen, muss das Material dafür ausdrücklich geeignet sein.