Broschüren
Mehrseitige Drucksachen mit Rückstichheftung, Klebebindung, Spiralbindung oder Fadenheftung — für Kataloge, Programme und Image-Material.
Mehr →Schriftgrad, Zeilenabstand, Zeilenlänge und Schriftwahl: die wichtigsten Regeln, damit Texte im Druck gut lesbar sind — plus ein kurzer Blick auf Schriftlizenzen.
Gute Typografie fällt kaum auf — schlechte dagegen sofort. Ob ein Flyer, eine Broschüre oder eine Abschlussarbeit angenehm zu lesen ist, entscheidet sich an wenigen Stellschrauben: Größe, Abstand, Zeilenlänge und Schriftwahl. Dazu kommen Besonderheiten des Drucks, die am Bildschirm nicht auffallen.
Die Schriftgröße heißt in der Typografie Schriftgrad und wird in Punkt (pt) angegeben. In Layout- und Textprogrammen gilt heute der DTP-Punkt: 1 pt entspricht 1/72 Zoll, also etwa 0,353 mm. Der Schriftgrad bezieht sich nicht auf die Höhe eines einzelnen Buchstabens, sondern auf die Höhe des Schriftkegels, der Ober- und Unterlängen einschließt. Deshalb wirken verschiedene Schriften bei gleichem Punktwert unterschiedlich groß — entscheidend für den optischen Eindruck ist vor allem die Höhe der Kleinbuchstaben (x-Höhe).
| Verwendung | Übliche Größenordnung |
|---|---|
| Fließtext in Broschüren, Büchern, Arbeiten | etwa 9–12 pt |
| Fußnoten, Bildunterschriften | etwa 7–9 pt |
| Kleingedrucktes, Impressum | nicht unter etwa 6 pt |
| Überschriften | deutlich größer als der Fließtext, abgestuft nach Ebenen |
Die Werte sind Richtwerte; Schriften mit großer x-Höhe können kleiner gesetzt werden als solche mit kleiner x-Höhe. Für Abschlussarbeiten schreiben manche Hochschulen Schriftgrad und Zeilenabstand vor.
Der Zeilenabstand wird von Grundlinie zu Grundlinie gemessen. Für Fließtext hat sich ein Wert von etwa 120 bis 145 Prozent des Schriftgrads bewährt, bei 10 pt Schrift also ungefähr 12 bis 14,5 pt. Zu enger Zeilenabstand lässt die Zeilen verschwimmen, zu weiter zerreißt den Textblock. Längere Zeilen brauchen mehr Zeilenabstand, damit das Auge den Anfang der nächsten Zeile sicher findet. Große Überschriften dagegen vertragen einen engeren Zeilenabstand, oft nahe am Schriftgrad.
Als angenehm gelten für Fließtext etwa 45 bis 75 Zeichen pro Zeile einschließlich Leerzeichen, häufig wird ein Wert um 60 Zeichen genannt. Sehr lange Zeilen ermüden, weil das Auge beim Rücksprung leicht die Zeile verliert; sehr kurze Zeilen erzeugen viele Trennungen und im Blocksatz große Wortlücken. Auf breiten Formaten hilft eine Aufteilung in Spalten.
Serifen sind die kleinen Füßchen und Abschlüsse an den Strichenden, etwa bei klassischen Antiqua-Schriften. Serifenlose Schriften (Grotesk) verzichten darauf. Die oft gehörte Regel, Serifenschriften seien im Druck grundsätzlich besser lesbar, ist in dieser Pauschalität nicht belegt. Wichtiger als die Frage „mit oder ohne Serifen“ sind eine gut ausgebaute Schrift, ausreichende Größe und sauberer Satz. Serifenschriften wirken oft klassisch und buchähnlich, serifenlose sachlich und modern — die Wahl ist auch eine Frage des Charakters.
Was am Bildschirm vergrößert klar aussieht, kann im Druck problematisch werden. Einige Situationen verdienen besondere Aufmerksamkeit:
Schriften sind Software und unterliegen Lizenzbedingungen. Eine Schrift auf dem eigenen Rechner darf nicht automatisch für jeden Zweck genutzt werden: Desktop-, Web- und App-Nutzung sind oft getrennt lizenziert, und manche Lizenzen regeln, ob die Schrift in PDF-Dateien eingebettet werden darf. Für Drucksachen ist in der Regel eine Desktop-Lizenz nötig. Viele freie Schriften stehen unter offenen Lizenzen wie der SIL Open Font License, die auch die kommerzielle Nutzung erlauben. Prüfen Sie vor allem bei Schriften aus unbekannten Quellen die Lizenz, bevor Sie sie für Logos oder größere Auflagen einsetzen.