Glossar

Moiré.

Auch: Moiréeffekt

Unerwünschtes Störmuster, das entsteht, wenn sich zwei oder mehr regelmäßige Raster oder Linienstrukturen überlagern. Im Druck tritt es etwa bei ungünstigen Rasterwinkeln, beim Scannen bereits gedruckter Vorlagen oder bei feinen Stoffmustern in Fotos auf.


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Erklärung

Ein Moiré ist ein Interferenzmuster: Treffen zwei gleichmäßige Strukturen mit leicht unterschiedlichem Abstand oder Winkel aufeinander, entstehen neue, großflächige Muster, die im Original nicht vorhanden sind. Typisch sind wellen- oder karoartige Schlieren.

Häufige Ursachen

  • Überlagerung der Farbauszüge im Vierfarbdruck: Deshalb werden die Raster von Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz in unterschiedlichen Winkeln gedreht. Welche Winkel verwendet werden, legt die Druckvorstufe fest.
  • Scannen gedruckter Vorlagen: Das Raster der Vorlage kollidiert mit dem neuen Druckraster. Abhilfe schafft das Entrastern (Descreening) beim Scannen.
  • Fotos mit feinen, regelmäßigen Mustern wie Hemdstoffen oder Gittern, die mit dem Pixel- oder Druckraster interferieren.

Frequenzmodulierte Raster (FM-Raster) arbeiten ohne regelmäßiges Punktgitter und sind daher weitgehend frei von Rastermoiré. Ob ein Motiv Moiré zeigt, lässt sich am Bildschirm nicht immer zuverlässig beurteilen – ein Proof gibt mehr Sicherheit.


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Siehe auch

Raster
Die Zerlegung von Halbtönen – also Bildern mit stufenlosen Übergängen – in einzelne Punkte, weil die meisten Druckverfahren nur „Farbe“ oder „keine Farbe“ drucken können. Aus normalem Betrachtungsabstand verschmelzen die Punkte für das Auge zu Tonwerten.
Rasterweite
Maß für die Feinheit eines amplitudenmodulierten Rasters, angegeben in Linien pro Zentimeter (L/cm) oder im englischsprachigen Raum in Linien pro Zoll (lpi). Je höher die Rasterweite, desto feiner die Details; welche Rasterweite möglich ist, hängt vor allem von Papier und Druckverfahren ab – auf Naturpapier und im Zeitungsdruck wird gröber gerastert als auf gestrichenem Bilderdruckpapier.
Rasterwinkel
Der Rasterwinkel gibt an, um wie viel Grad die Punktreihen eines amplitudenmodulierten Rasters gegenüber der Waagerechten gedreht sind. Im Vierfarbdruck erhalten die Farben unterschiedliche Winkel, damit beim Übereinanderdrucken kein störendes Moiré entsteht.
Proof
Eine Vorab-Darstellung des Druckergebnisses, mit der Farben und Inhalte vor dem Auflagendruck geprüft werden. Ein farbverbindlicher Proof (Contract Proof) simuliert die spätere Druckbedingung nach einem definierten Standard und dient als Referenz zwischen Kunde und Druckerei.


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