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Abschlussarbeit drucken: Checkliste für Bachelor, Master und Promotion

Von der Prüfungsordnung bis zur Datenträgertasche: Diese Checkliste hilft, beim Druck von Bachelor-, Master- und Doktorarbeit nichts zu vergessen.

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Nach Monaten des Schreibens soll der Druck der Abschlussarbeit reibungslos laufen. In der Praxis scheitert es selten an der Druckerei, sondern an Kleinigkeiten: einer übersehenen Formvorgabe, einer fehlenden Unterschrift oder zu knapper Zeit. Die folgende Checkliste gilt für Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten gleichermaßen. Eines vorweg: Die Regeln unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule und oft sogar zwischen Fakultäten und Studiengängen. Maßgeblich ist immer Ihre Prüfungs- bzw. Promotionsordnung.

1. Vorgaben der Hochschule prüfen

  • Prüfungs- oder Promotionsordnung sowie Merkblätter des Prüfungsamts bzw. der Fakultät lesen.
  • Ist eine gedruckte Abgabe überhaupt vorgeschrieben, oder genügt bzw. ergänzt eine digitale Abgabe?
  • Gibt es Vorgaben zu Format, Rändern, Schriftgrad, Zeilenabstand oder Titelblatt?
  • Welche Bindungsarten sind zugelassen? Manche Hochschulen schließen etwa Spiral- oder Kammbindung für Prüfungsexemplare aus.
  • Muss die eidesstattliche Erklärung bzw. Selbstständigkeitserklärung in jedem Exemplar handschriftlich unterschrieben sein?
  • Sind Sperrvermerke oder Geheimhaltungserklärungen (etwa bei Arbeiten mit Unternehmen) einzubinden?

2. Anzahl der Exemplare

Für Bachelor- und Masterarbeiten verlangen Prüfungsämter meist nur wenige Exemplare, oft eines pro Gutachter. Bei Dissertationen kommen die Pflichtexemplare für die Hochschulbibliothek hinzu, deren Zahl von der Veröffentlichungsform abhängt. Rechnen Sie außerdem Exemplare für sich selbst, die Familie oder ein Unternehmen, mit dem Sie zusammengearbeitet haben, dazu. Ein Reserveexemplar schadet nicht — ein späterer Nachdruck einzelner Stücke kostet Zeit und oft zusätzliche Versand- oder Grundgebühren.

3. Einseitig oder doppelseitig?

Manche Ordnungen schreiben einseitigen Druck vor, andere erlauben oder bevorzugen doppelseitigen. Doppelseitiger Druck halbiert annähernd den Papierverbrauch und macht dicke Arbeiten handlicher, verlangt aber ein passendes Layout: gespiegelte Ränder mit breiterem Innenrand, Seitenzahlen außen und Kapitelanfänge, die auf einer rechten Seite beginnen. Dafür sind gegebenenfalls Leerseiten nötig. Legen Sie die Entscheidung fest, bevor Sie das PDF erstellen.

4. Papier und Farbseiten

  • Grammatur: Bei doppelseitigem Druck ein Papier wählen, das nicht zu stark durchscheint.
  • Weiß oder Naturton: Eine Geschmacksfrage, sofern die Ordnung nichts vorschreibt; für Pflichtexemplare wird teils alterungsbeständiges Papier verlangt.
  • Farbseiten: Werden nur einzelne Seiten farbig gedruckt, kann das Kosten sparen. Prüfen Sie, ob die Druckerei die Farbseiten automatisch erkennt oder ob Sie die Seitenzahlen angeben müssen.

Ausführliche Hinweise zu Papiersorten und Grammaturen finden Sie im Beitrag zum Papier für die Dissertation.

5. Bindung und Prägung

  • Hardcover: repräsentativ und langlebig, häufig für Dissertationen und als persönliches Exemplar.
  • Softcover mit Klebebindung: günstiger und leichter, bei vielen Hochschulen für Prüfungsexemplare zugelassen.
  • Prägung oder Druck auf dem Deckel: Titel, Name, Art der Arbeit und Jahr — Schreibweise und Umbrüche genau prüfen.
  • Buchrücken: Eine Beschriftung ist nur ab einer gewissen Rückenbreite möglich. Ob Ihre Seitenzahl dafür reicht, sagt die Druckerei.
  • Laufrichtung der Rückenschrift: Im deutschsprachigen Raum ist traditionell von unten nach oben verbreitet, international — und zunehmend auch hierzulande — von oben nach unten — gegebenenfalls einheitlich mit den übrigen Exemplaren festlegen.

Die Eigenschaften der einzelnen Bindungsarten beschreibt der Überblick über die Bindungsarten.

6. Druckdatei als PDF

  • Die Arbeit als PDF liefern, nicht als Textdatei — beim Öffnen einer Word- oder LaTeX-Quelle auf einem anderen Rechner können sich Umbrüche und Schriften ändern.
  • Alle Schriften einbetten und das PDF anschließend auf dem Bildschirm Seite für Seite durchsehen.
  • Seitenformat prüfen: alle Seiten in A4 (bzw. dem vorgegebenen Format), keine versehentlich abweichenden Seiten.
  • Querformatige Seiten und ausklappbare Pläne vorab mit der Druckerei klären.
  • Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Seitenzahlen und Verweise nach dem letzten Umbruch nochmals kontrollieren.
  • Grafiken und Fotos in ausreichender Auflösung einbinden.

7. Zeitpuffer einplanen

Druck und Bindung dauern je nach Anbieter, Bindung und Ausstattung von wenigen Stunden bis zu mehreren Werktagen — Hardcover mit Prägung meist länger als Softcover —, dazu kommen gegebenenfalls Versand und Rückfragen zu den Daten. Kurz vor Abgabeterminen sind viele Copyshops und Druckereien stark ausgelastet. Planen Sie deshalb mehrere Tage Puffer vor dem Abgabetermin ein und klären Sie, ob Abholung oder Expressversand möglich ist. Die digitale Datei sollte fertig sein, bevor Sie die Druckerei beauftragen — Korrekturen nach der Freigabe verzögern alles.

8. Extras: CD- oder USB-Tasche

Verlangt die Hochschule zusätzlich eine digitale Fassung, Quellcode oder Messdaten auf einem Datenträger, lässt sich auf der hinteren Innenseite eine selbstklebende Tasche für CD oder USB-Stick einbringen. Prüfen Sie, welcher Datenträger akzeptiert wird, und beschriften Sie ihn. Viele Hochschulen nehmen digitale Fassungen inzwischen auch per Upload entgegen.

Kurz-Checkliste

  1. Aktuelle Prüfungs- bzw. Promotionsordnung und Merkblätter gelesen
  2. Anzahl der Exemplare inklusive Reserve festgelegt
  3. Einseitig oder doppelseitig entschieden, Layout angepasst
  4. Papier und Farbseiten festgelegt
  5. Bindungsart zugelassen, Deckel- und Rückenbeschriftung geprüft
  6. PDF mit eingebetteten Schriften erstellt und durchgesehen
  7. Erklärungen unterschrieben bzw. Unterschrift eingeplant
  8. Datenträger oder digitale Abgabe vorbereitet
  9. Zeitpuffer bis zur Abgabe eingeplant