Glossar

Schnellpresse.

Auch: Zylinderdruckmaschine, Flachformzylinderdruckmaschine

Maschinell angetriebene Druckmaschine, bei der ein rotierender Druckzylinder den Bogen gegen die flach liegende, hin- und herfahrende Druckform drückt. Die von Friedrich Koenig entwickelte Schnellpresse steigerte ab 1814 die Druckleistung gegenüber der Handpresse um ein Vielfaches.


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Erklärung

Der Buchdrucker Friedrich Koenig entwickelte gemeinsam mit dem Mechaniker Andreas Friedrich Bauer in London eine dampfgetriebene Druckmaschine, bei der statt eines flachen Tiegels ein Zylinder den Druck ausübte. Die Druckform lag weiterhin flach auf einem Fundament, das unter dem Zylinder hin- und herfuhr. Weil der Zylinder den Bogen nur entlang einer schmalen Linie berührt, genügt deutlich weniger Kraft als beim flächigen Pressen.

Im November 1814 erschien die Londoner „Times“ erstmals auf einer solchen Maschine gedruckt. Wenige Jahre später gründeten Koenig und Bauer im fränkischen Oberzell bei Würzburg eine eigene Maschinenfabrik. Schnellpressen, bald auch für Schön- und Widerdruck in einem Durchgang, machten Zeitungen, Zeitschriften und Bücher im 19. Jahrhundert zur Massenware.

Für hohe Auflagen wurde das Prinzip „flache Form, runder Druckkörper“ später weitgehend vom Rotationsdruck abgelöst, bei dem auch die Druckform auf einem Zylinder sitzt.


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Siehe auch

Handpresse
Von Hand bediente Druckpresse, bei der ein flacher Tiegel den Bogen gegen die eingefärbte Druckform presst. Von Gutenbergs Zeit bis ins frühe 19. Jahrhundert wurden Bücher auf hölzernen Spindelpressen gedruckt, danach auf eisernen Handpressen.
Rotationsdruck
Druckprinzip, bei dem Druckform und Gegendruck als rotierende Zylinder arbeiten. Im Sprachgebrauch ist meist der Druck von der Papierrolle gemeint, wie er für Zeitungen, Zeitschriften und Kataloge in hohen Auflagen im Offset- und Tiefdruck üblich ist.
Buchdruck
Buchdruck ist ein Hochdruckverfahren, bei dem erhabene Lettern oder Klischees eingefärbt und direkt auf das Papier gepresst werden. Johannes Gutenberg entwickelte um 1450 in Mainz das System aus gegossenen Metalllettern und Druckpresse, das den Buchdruck in Europa begründete.
Tiegeldruckpresse
Hochdruckmaschine nach dem Prinzip „Fläche gegen Fläche“: Die senkrecht stehende Druckform und der Tiegel mit dem Bogen werden gegeneinandergepresst. Tiegel waren lange die typische Maschine für Akzidenzen wie Karten und Briefbogen; heute dienen sie vor allem für Letterpress, Prägungen, Stanzungen und Nummerierungen.
Stereotypie
Verfahren, bei dem ein fertiger Satz aus Lettern in einer Mater abgeformt und anschließend als geschlossene Metallplatte abgegossen wird. So ließen sich Druckformen vervielfältigen und aufbewahren, ohne den Satz stehen zu lassen; gebogene Stereoplatten waren Voraussetzung für den Rotationsdruck von Zeitungen.


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