Der Buchdrucker Friedrich Koenig entwickelte gemeinsam mit dem Mechaniker Andreas Friedrich Bauer in London eine dampfgetriebene Druckmaschine, bei der statt eines flachen Tiegels ein Zylinder den Druck ausübte. Die Druckform lag weiterhin flach auf einem Fundament, das unter dem Zylinder hin- und herfuhr. Weil der Zylinder den Bogen nur entlang einer schmalen Linie berührt, genügt deutlich weniger Kraft als beim flächigen Pressen.
Im November 1814 erschien die Londoner „Times“ erstmals auf einer solchen Maschine gedruckt. Wenige Jahre später gründeten Koenig und Bauer im fränkischen Oberzell bei Würzburg eine eigene Maschinenfabrik. Schnellpressen, bald auch für Schön- und Widerdruck in einem Durchgang, machten Zeitungen, Zeitschriften und Bücher im 19. Jahrhundert zur Massenware.
Für hohe Auflagen wurde das Prinzip „flache Form, runder Druckkörper“ später weitgehend vom Rotationsdruck abgelöst, bei dem auch die Druckform auf einem Zylinder sitzt.