Bücher
Hardcover- und Softcover-Bücher — von der Selbstpublikation bis zum Bildband in Kleinauflage.
Mehr →Papier hat eine Faserrichtung, die über saubere Falze, gut aufschlagende Bücher und wellenfreie Seiten entscheidet. So erkennen und testen Sie die Laufrichtung.
Maschinell hergestelltes Papier ist nicht in alle Richtungen gleich. Auf dem Sieb der Papiermaschine richten sich die meisten Fasern in Laufrichtung der Maschine aus. Diese Vorzugsrichtung bleibt im fertigen Papier erhalten und heißt Laufrichtung, auch Faserlauf oder Maschinenrichtung. Für einen einzelnen Flyer spielt sie selten eine Rolle, bei gefalzten Produkten, Broschüren und Büchern dagegen sehr.
Wie die Fasern in einem Bogen liegen, hängt davon ab, wie er aus der Papierbahn geschnitten wurde. Man unterscheidet zwei Fälle:
| Bezeichnung | Fasern verlaufen … | Kennzeichnung (Beispiele) |
|---|---|---|
| Schmalbahn (SB) | parallel zur langen Bogenkante | 70 × 100 cm SB, oder die lange Seite (100) unterstrichen |
| Breitbahn (BB) | parallel zur kurzen Bogenkante | 70 × 100 cm BB, oder die kurze Seite (70) unterstrichen |
Die Namen erklären sich aus der Papierbahn: Bei Schmalbahn liegt die schmale Seite des Bogens quer zur Bahn, bei Breitbahn die breite Seite. In Papierkatalogen wird die Laufrichtung je nach Hersteller unterschiedlich angegeben, etwa durch Unterstreichen der Seite, zu der die Fasern parallel laufen, durch nachgestellte Kürzel oder durch die Reihenfolge der Maßangaben. Maßgeblich ist die Legende des jeweiligen Katalogs.
Wichtig: Wird ein Bogen geteilt, kann sich die Laufrichtung relativ zum Format umkehren. Ein Schmalbahnbogen im Format A2 ergibt beim Halbieren zwei A3-Bögen in Breitbahn, beim nochmaligen Halbieren wieder A4 in Schmalbahn.
Papierfasern nehmen Feuchtigkeit auf und quellen dabei vor allem in der Breite, kaum in der Länge. Ein Bogen dehnt sich deshalb quer zur Laufrichtung deutlich stärker aus als in Laufrichtung. Außerdem ist Papier in Laufrichtung steifer. Daraus ergeben sich drei praktische Folgen.
Ein Bruch parallel zur Laufrichtung wird glatt und sauber, weil die Fasern nebeneinander umgelegt werden. Ein Bruch quer zur Laufrichtung knickt die Fasern dagegen ab: Die Kante wird rauer, das Papier kann aufbrechen und bei Farbflächen platzt die Farbe eher auf. Bei dicken Papieren ist das besonders ausgeprägt, hier hilft zusätzlich Rillen.
Bei gebundenen Produkten sollte die Laufrichtung parallel zum Bund, also zum Buchrücken, verlaufen. Dann lassen sich die Seiten leicht umblättern, das Buch schlägt gut auf und bleibt offen liegen. Läuft die Faser quer zum Rücken, sperren sich die Seiten, der Buchblock wirkt steif, und bei Klebebindungen können die Seiten am Rücken wellig werden oder sich lösen. Auch für Buchdecken und Vorsätze gilt die Laufrichtung parallel zum Rücken, sonst können sich Deckel verziehen.
Weil Papier quer zur Laufrichtung stärker quillt, führen Feuchtigkeit aus Druckfarbe, Leim oder Raumluft zu Wellen oder zum Rollen der Bögen. Bei klebegebundenen Produkten, kaschierten Materialien und Kalendern ist die richtige Laufrichtung deshalb Voraussetzung für eine gute Planlage. Auch Passerprobleme im Mehrfarbdruck können mit dimensionalen Veränderungen des Papiers zusammenhängen.
Wenn keine Angabe vorliegt, lässt sich die Laufrichtung mit einfachen Proben bestimmen. Am zuverlässigsten ist es, mehrere Proben zu kombinieren.