Papier

Papier-Grammaturen erklärt

Was sagt g/m² wirklich aus? Welche Grammatur passt zu welcher Drucksache? Eine knappe Einführung mit Richtwerten für die häufigsten Anwendungen.

Veröffentlicht am Aktualisiert am 2 min Lesezeit

Wenn Papier mit 90 g/m² oder 350 g/m² angegeben wird, ist das Flächengewicht gemeint: Wie viel Gramm wiegt ein Quadratmeter dieses Papiers? Höhere Werte bedeuten schwereres und in der Regel auch dickeres Papier — aber nicht zwangsläufig besseres. Grob unterscheidet man Papier, Karton (etwa ab 150 g/m²) und Pappe (etwa ab 600 g/m²); die Grenzen sind fließend.

Die wichtigsten Bereiche

GrammaturTypische AnwendungAnmutung
60–80 g/m²Innenseiten umfangreicher Bücher, Kopier- und Druckerpapier (meist 80 g/m²)leicht, kann durchscheinen
90–100 g/m²Briefpapier, Buchinnenseiten, Abschlussarbeitenetwas fester als Kopierpapier
115–135 g/m²Flyer, Mailings, Broschüren-Innenseitenspürbar fester
150–170 g/m²Flyer, Plakatedeutlich fester, scheint kaum durch
250–300 g/m²Broschürenumschläge, Postkarten, Klappkartenkartonartig
300–350 g/m²Visitenkarten, Postkartendick, fest
ab etwa 400 g/m²besonders dicke Visitenkarten, teils aus mehreren Lagen kaschiertsehr steif

Zeitungspapier ist meist noch leichter als die Werte in der Tabelle. Die Angaben sind Richtwerte; welche Grammaturen angeboten werden, unterscheidet sich je nach Druckerei und Papiersorte.

Wann scheint Papier durch?

Wie stark ein Papier durchscheint, hängt neben der Grammatur von seiner Opazität (Lichtundurchlässigkeit), den Füllstoffen und dem Farbauftrag ab. Als grobe Orientierung: Bei leichten Papieren um 80 g/m² und darunter kann beidseitiger Druck sichtbar durchscheinen. Wird nur eine Seite bedruckt, spielt das kaum eine Rolle. Für beidseitig bedruckte Textseiten bieten sich eher 90 g/m² und mehr an, für Bilder und Farbflächen auf beiden Seiten eher schwerere Papiere. Im Zweifel hilft ein Papiermuster.

Grammatur ist nicht alles

Zwei Papiere mit identischer Grammatur können sehr unterschiedlich wirken — abhängig von Faserstoff (Holzschliff, Zellstoff), Oberfläche (gestrichen oder ungestrichen), Glätte und Volumen. Ein ungestrichener Naturkarton mit 350 g/m² fühlt sich anders an und ist meist dicker als ein gestrichener Bilderdruckkarton mit gleicher Grammatur. Im Zweifel: Papiermuster anfordern.

Was ist Volumen beim Papier?
Das Volumen gibt an, wie dick ein Papier im Verhältnis zu seiner Grammatur ist: Dicke in Mikrometern geteilt durch Grammatur in g/m². Angegeben wird es oft als 1,0-, 1,5- oder 2-faches Volumen. Ein 80-g/m²-Papier mit 1,5-fachem Volumen ist also etwa 120 µm dick. Hochvolumige Werkdruckpapiere lassen Bücher bei gleichem Gewicht dicker wirken; gestrichene Papiere haben meist ein geringeres Volumen.
Holzfrei vs. holzhaltig — was ist der Unterschied?
Auch holzfreies Papier stammt meist aus Holz. Gemeint ist: Es besteht im Wesentlichen aus Zellstoff und enthält allenfalls einen sehr geringen Anteil verholzter Fasern (Holzschliff). Es vergilbt deutlich weniger und ist alterungsbeständiger. Holzhaltiges Papier (typisch etwa für Zeitungen) ist günstiger, vergilbt unter Lichteinfluss aber deutlich schneller.