Planung

Flyer gestalten: Aufbau, Botschaft, Format und Verteilung

Ein Flyer hat wenige Sekunden, um zu überzeugen. Wie Sie Botschaft und Aufbau planen, das passende Format mit oder ohne Falz wählen und an die Verteilung denken.

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Flyer gehören zu den häufigsten Drucksachen überhaupt: Sie kündigen Veranstaltungen an, stellen Angebote vor oder informieren über einen Verein. Weil sie meist nebenbei in die Hand genommen werden, entscheidet sich in wenigen Sekunden, ob jemand weiterliest. Eine gute Planung beginnt deshalb nicht mit dem Layoutprogramm, sondern mit der Frage: Was soll die Leserin oder der Leser nach dem Lesen tun?

Zuerst die Botschaft

Formulieren Sie vor der Gestaltung in einem Satz, worum es geht und welche Handlung Sie erwarten — etwa „Zum Sommerfest am 12. Juli kommen“ oder „Probetraining vereinbaren“. Alles, was diesem Ziel nicht dient, ist ein Kandidat zum Streichen. Ein Flyer, der fünf gleichwertige Botschaften transportieren will, bleibt meist ohne Wirkung.

  • Eine klare Hauptaussage als Überschrift, die auch ohne weiteren Text verständlich ist.
  • Ein Nutzen oder Anlass: Warum ist das für die Zielgruppe interessant?
  • Die wichtigsten Fakten: Datum, Ort, Angebot, Preis oder Leistung.
  • Eine konkrete Handlungsaufforderung mit Kontaktweg — Telefonnummer, Adresse, Website oder QR-Code.

Aufbau und Gestaltung

Bewährt hat sich eine klare Hierarchie: Blickfang (Bild oder große Überschrift), dann eine kurze Unterzeile, dann die Details, zuletzt Kontakt und Absender. Auf der Vorderseite eines ungefalzten Flyers sollte die Botschaft auch aus einem Meter Entfernung erkennbar sein, die Rückseite darf ausführlicher werden. Großzügiger Weißraum wirkt ruhiger und hochwertiger als eine bis an den Rand gefüllte Fläche.

  • Höchstens zwei Schriftfamilien, Fließtext nicht zu klein — mehr dazu in den Typografie-Grundlagen.
  • Wenige Farben, die zum Absender passen; wichtige Elemente farblich hervorheben statt alles bunt zu machen.
  • Bilder in ausreichender Auflösung für den Druck und im CMYK-Farbraum geprüft.
  • Hintergrundbilder und -flächen, die bis zum Rand reichen, brauchen Anschnitt; Texte halten einen Sicherheitsabstand zum Rand.
  • Kontaktdaten vollständig und korrekt — ein Tippfehler in der Telefonnummer macht die ganze Auflage wertlos.

Formate und Falzungen

Das Format richtet sich nach Inhalt und Verwendung. Handliche Formate eignen sich zum Mitnehmen und Auslegen, größere Formate bieten Platz für Bilder und Programme. Gefalzte Flyer (oft Folder genannt) gliedern mehr Inhalt in Felder und führen den Leser Schritt für Schritt.

FormatMaße in mm (Endformat)Typische Verwendung
DIN A6105 × 148Handzettel, Gutscheine, Einladungen
DIN lang99 × 210Auslage in Prospektständern, Beilage in DL-Umschlägen
DIN A5148 × 210Veranstaltungs- und Produktflyer
DIN A4210 × 297Informationsblätter, Preislisten, Programme
A4, Wickelfalzoffen A4, gefalzt ca. DIN langLeistungsübersichten, Speisekarten zum Mitnehmen
A4, Einbruchfalzoffen A4, gefalzt A5Programmhefte, kleine Folder mit vier Seiten

Bei gefalzten Flyern ist die Reihenfolge der Felder entscheidend: Das Titelfeld liegt beim Wickelfalz nicht dort, wo man es im offenen Layout vermutet, und das eingeschlagene Feld ist etwas schmaler. Nutzen Sie die Vorlage der Druckerei und falten Sie vorab einen Probeausdruck. Einen Überblick über Wickelfalz, Zickzackfalz und weitere Varianten gibt der Beitrag zu den Falzarten.

Papier und Veredelung

Für Flyer werden häufig Papiere zwischen etwa 115 und 170 g/m² verwendet; ungefalzte Flyer, die stabil in der Hand liegen sollen, auch schwerer. Gestrichenes Bilderdruckpapier in matt oder glänzend bringt Fotos brillant zur Geltung, ungestrichenes Naturpapier wirkt zurückhaltender und lässt sich gut beschreiben — praktisch für Gutscheine oder Anmeldeabschnitte. Bei Grammaturen ab etwa 150 bis 170 g/m² wird vor dem Falzen meist gerillt, damit die Kante nicht aufbricht. Eine Veredelung wie Cellophanierung schützt stark beanspruchte Flyer, lohnt sich aber vor allem dort, wo sie länger genutzt werden.

An die Verteilung denken

Wie ein Flyer zu den Menschen kommt, beeinflusst Format, Papier und Auflage. Klären Sie den Verteilweg deshalb vor dem Druck.

  • Auslage: Prospektständer sind oft auf DIN lang oder A5 ausgelegt. Die obere Kante bleibt sichtbar — dort gehört die Hauptaussage hin.
  • Beilage in Briefen: Das Format muss in den Umschlag passen, das Gewicht beeinflusst das Porto.
  • Handverteilung und Briefkästen: Robustes Papier, klare Vorderseite. Hinweise wie „Keine Werbung“ am Briefkasten sollten respektiert werden.
  • Verteilung im öffentlichen Raum: Je nach Gemeinde kann dafür eine Erlaubnis erforderlich sein; erkundigen Sie sich vorab bei der Stadt.
  • Auflage: Planen Sie eine Reserve ein, aber nicht zu viel — veraltete Termine lassen sich nicht mehr verwenden.