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Selbst drucken oder drucken lassen? Ein ehrlicher Vergleich

Bürodrucker oder Druckerei: Wo die Unterschiede bei Qualität, Papier, randlosem Druck, Weiterverarbeitung und Kosten liegen — und wann sich welcher Weg lohnt.

Veröffentlicht am 4 min Lesezeit

Einen Drucker haben viele im Büro oder zu Hause. Warum also Flyer, Einladungen oder die Abschlussarbeit in eine Druckerei geben? Die Antwort hängt davon ab, was gedruckt wird, wie viel und wie professionell es wirken soll. Dieser Beitrag vergleicht beide Wege nüchtern.

Die Technik im Vergleich

Bürodrucker arbeiten entweder mit Tinte (Tintenstrahl) oder mit Toner (Laser). Druckereien setzen für kleine und mittlere Auflagen ebenfalls Digitaldruck ein — allerdings mit Produktionsmaschinen, die auf gleichmäßige Qualität, hohe Geschwindigkeit und eine große Auswahl an Papieren ausgelegt sind. Für größere Auflagen kommt der Offsetdruck hinzu. Wie sich die Verfahren unterscheiden, erklärt der Beitrag „Offsetdruck vs. Digitaldruck“.

KriteriumBürodruckerDruckerei
Qualitätfür Dokumente gut, bei Flächen und Fotos oft ungleichmäßiggleichmäßig, farbverbindlich nach Farbprofil
Papierbegrenzte Grammatur und Auswahlgroße Auswahl an Stärken, Oberflächen und Formaten
Randlosnur bei einigen Geräten und FormatenStandard über Anschnitt und Beschnitt
Weiterverarbeitungvon Hand: schneiden, falzen, heftenmaschinell: Falzen, Rillen, Binden, Veredeln
Schnelligkeitsofort verfügbarProduktions- und Lieferzeit einplanen
Kostengering bei wenigen Seiten, pro Seite relativ hochEinrichtung und Versand, dafür günstiger pro Stück bei Menge

Qualität und Farbe

Für Text und einfache Grafiken liefern gute Bürodrucker ordentliche Ergebnisse. Schwierig wird es bei großen Farbflächen, Verläufen und Fotos: Streifen, ungleichmäßige Deckung und Farbabweichungen sind häufig. Zudem druckt jedes Gerät Farben anders; ein bestimmter Farbton lässt sich kaum verbindlich reproduzieren. Druckereien arbeiten mit standardisierten Farbprofilen und kalibrierten Maschinen, sodass Farben planbar und bei Nachdrucken wiederholbar sind.

Papier

Bürodrucker verarbeiten Papier nur bis zu einer bestimmten Grammatur, die im Handbuch steht. Dickere Karten laufen oft nur über einen manuellen Einzug oder gar nicht. Gestrichene Papiere können bei Tintenstrahldruckern verschmieren, wenn sie nicht ausdrücklich für Inkjet geeignet sind. Druckereien bieten dagegen feste Kartons, Natur- und Strukturpapiere, Recyclingpapiere und gestrichene Sorten in vielen Stärken. Einen Überblick geben die Beiträge zu Papier-Grammaturen und zu gestrichenem und ungestrichenem Papier.

Randlos drucken

Die meisten Bürodrucker lassen einen unbedruckten Rand, weil das Papier transportiert werden muss. Randloser Druck ist nur bei manchen Geräten und für bestimmte Formate möglich. Druckereien lösen das anders: Sie drucken auf einen größeren Bogen und schneiden danach auf das Endformat. Deshalb verlangen sie Druckdaten mit Anschnitt, wie im Beitrag „Druckdaten richtig anlegen“ beschrieben.

Weiterverarbeitung

Oft entscheidet nicht der Druck, sondern alles danach. Eine Visitenkarte von Hand exakt zu schneiden, einen Flyer sauber zu falzen oder eine Broschüre zu binden, ist mühsam und selten so präzise wie maschinell. Dicke Papiere müssen vor dem Falzen gerillt werden, sonst bricht die Farbe. Veredelungen wie Lack, Folienkaschierung oder Prägung sind zu Hause gar nicht möglich.

Kosten: qualitativ betrachtet

Beim eigenen Drucker fallen scheinbar keine Kosten an, weil das Gerät schon da ist. Tatsächlich sind Tinte und Toner, bezogen auf die bedruckte Fläche, verhältnismäßig teuer — besonders bei farbigen Flächen und Fotos. Hinzu kommen Papier, Fehldrucke, Verschleiß und die eigene Arbeitszeit. Bei einer Druckerei gibt es einen Einrichtungsanteil, der sich mit zunehmender Menge auf mehr Exemplare verteilt. Deshalb ist Selbstdrucken bei sehr kleinen Mengen oft günstiger, während die Druckerei schon bei überschaubaren Auflagen wirtschaftlicher sein kann. Den Zusammenhang zwischen Auflage und Stückkosten erklärt der Beitrag „Auflage und Kosten“.

Wann welcher Weg passt

  • Selbst drucken: Entwürfe und Korrekturausdrucke, interne Dokumente, einzelne Exemplare, kurzfristige Aushänge, Tests für Format und Schriftgröße.
  • Drucken lassen: alles, was nach außen wirkt, wie Visitenkarten, Flyer, Einladungen und Broschüren; größere Mengen; besondere Papiere, randlose Motive, Großformate, Bindungen und Veredelungen.
  • Abschlussarbeiten: Zum Korrekturlesen genügt der eigene Drucker, für die Abgabeexemplare mit Bindung ist eine Druckerei meist die bessere Wahl.
Kann ich mit einem guten Fotodrucker Druckereiqualität erreichen?
Für einzelne Fotoabzüge können spezialisierte Fotodrucker sehr gute Ergebnisse liefern. Bei Auflagen, Formaten, Papiervielfalt und Weiterverarbeitung bleibt die Druckerei im Vorteil.
Warum sehen meine Farben zu Hause anders aus als bei der Druckerei?
Bürodrucker arbeiten mit eigenen Farbeinstellungen und Tinten, Druckereien mit standardisierten Profilen. Mehr dazu im Beitrag „Farbprofile: CMYK vs. RGB“.
Ab welcher Menge lohnt sich die Druckerei?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Sie hängt vom Produkt, von der Farbmenge und vom gewünschten Papier ab. Ein Angebot zu vergleichen, lohnt sich meist schon bei kleineren Mengen.